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Ich kann Tilli in mancherlei Hinsicht nicht zustimmen, vor allem nicht in Bezug auf die Stimme. Uwe Friedrichsen passt hervorragend zu Columbo. Zwar ist Klaus Schwarzkopf, wie für so viele, auch mein Favorit, aber tatsächlich kommt Friedrichsen dem Original, also Peter Falk selbst, am nächsten. Weniger von der Stimmlage als vielmehr durch seine "Schnoddrigkeit" im Vergleich zum durch und durch sympathischen, etwas "onkelhaften" Schwarzkopf. Mag sein, dass der Charakter Columbos in dieser zweiten Folge auch noch nicht so weit entwickelt war und daher seine (oft scheinbare) Liebenswürdigkeit in jeder Situation noch nicht ausgebildet, aber jedenfalls gibt es Szenen, da Friedrichsens Betonung einfach perfekt passt: etwa wenn er dem arroganten Carlson auf für seine, Columbos, Verhältnisse ziemlich bestimmte Weise beibringt, durch den nunmehr als Mord erkannten Fall Zuständigkeit erlangt zu haben. Oder wenn er Margrets Beinahe-Ohrfeige verbal kontert. Und in der Schlussszene: "Sie haben kein Gewissen, Mrs Williams." Uwe Friedrichsen hat übrigens noch mindestens einen weiteren tollen Auftritt: in Momentaufnahme für die Ewigkeit leiht er dem herrlichen Hausierer Thomas Dolan (gespielt von Vito Scotti) seine markante Stimme. Im übrigen: Lee Grant als Mrs. Williams ist großartig, und alleine schon der offenkundigen Flirts zwischen ihr, Leslie, und dem Inspektor ist die Folge weit über dem Durchschnitt. |