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Ich kann mich den zahlreichen guten Kritiken zu dieser Folge nicht ganz anschließen. Die Geschichte ist tatsächlich raffiniert, aber der Regisseur erzählt sie, als hätte er die Pointe nicht begriffen. Die Schlüsselszene ist doch, wo Dian Hunter für 2 Mio. Pfund dem Verkauf zustimmt. Damit ist klar, dass Matthews über das Versteckspiel Bescheid wusste, aber mit Dian Hunter offenbar hinter Brantleys Rücken den tatsächlichen Verkauf schon abgesprochen hat. Ich fand hier Brantleys Entsetzen viel zu schwach. Erst in dieser Sekunde konnte ihm doch klar werden, dass er wirklich alles verliert. Es wurde im Anschluss kaum deutlich gemacht, dass das echte Mordmotiv erst jetzt überhaupt vorhanden war. (Naja, außer durch den Mord selbst.)
Abgesehen davon, dass längere Teile der Geschichte wirklich sehr schleppend erzählt werden, verspielen Autor und Regisseur hier völlig deren Potential. Ich hätte es ganz originell gefunden, wenn es mit Columbo und Brantley zwei Verlierer und eine lachende Dritte Dian Hunter gegeben hätte. Brantley stattdessen schlagartig vom Spieler zum echten Mörder geraten zu lassen und dann Columbo in den letzten fünf Minuten noch einen Blitzerfolg zuzuschanzen finde ich der Serie nicht würdig. Dazu kommt die fadenscheinige Umsetzung: Dass ein glatter Schürzenjäger wie Brantley einer Frau mit einer Bewegung das Genick brechen kann und sie spontan hinter einer Rigips-Verkleidung sauber einkachelt, ohne dass es die Handwerker merken, finde ich einen Witz!
Schade, denn es bricht Columbo durchaus keinen Zacken aus der Krone, wenn er mal im guten Glauben an ein Verbrechen betriebsblind wird und sich trotz aller Menschenkenntnis mit seinen eigenen Waffen schlagen lässt. |