Das mit der Waffe geht meiner Meinung nach so nicht aus der Geschichte hervor. Justin fährt ja mit dem Pick-up aus der Garage, um die Waffe möglichst schnell rauszukriegen. Der Polizeinotruf ist eigentlich nur ein Vorwand, was der Inspektor mit der Zeit auch bemerkt. Er hätte ja einfach die Treppe hochlaufen können, das wäre sicher schneller und nachvollziehbarer gewesen. Was dann mit der Waffe weiter passiert, wird nicht gezeigt. Naheliegend ist aber, dass die Beiden sie bereits am nächsten Tag ausgebaut und irgendwo versteckt haben. Erst bei der Sache mit dem grünen Wagen taucht die Pistole wieder auf.
Super Folge, wird etwas unterschätzt. Der Schluss mit dem vermeintlichen Blinden hat schon Klasse. Allerdings ist damit lediglich der Beweis erbracht, dass er um diese Zeit dort war. Er könnte immer noch behaupten, dass Nadja die Tat begangen hat.
Die neuen Folgen sind ja meist nicht so beliebt wie die alten, aber diese hebt sich da sicherlich etwas heraus. McGoohan, den ich hinter Bart und Brille erst gar nicht erkannt hatte, ist sicherlich einer der herausragendsten Filmpartner von Falk (Lieblingsfolge: des Teufels Corporal). Während mir zuviel Albernheit, gerade in den neuen Folgen, schnell auf den Wecker geht, finde ich den breit ausgedehnten schwarzen Humor hier einfach nur köstlich. Höhepunkt dabei ist sicherlich der Leichenwagen als einziger ruhiger Ort auf der Bestatterfeier, die an Sarkasmus und Morbidität selbst für Columbo Verhältnisse schon recht extrem ist. Die Besonderheit ist hierbei sicherlich, dass sich Columbo nicht in erster Linie lächerlich macht oder verwechselt wird, sondern die Bestatter die Durchgeknallten sind und Columbo gemeinsam mit dem Zuschauer mitlacht. Ansonsten spielt McGoohan ein weiteres Mal überzeugend den zunehmend von Columbo angenervten Mörder. Die etwas dünne Auflösung lässt sich angesichts einer ansonsten sehr unterhaltsamen Folge locker verschmerzen.
Die Slapstickszenen sind mir etwas zu albern (etwa die italienische Oma), halten sich aber zum Glück in Grenzen. Der Mörder ist ziemlich gut, die Mittäterin schon deutlich schwächer. Die Hippiefreunde des Opfers finde ich doch eher nervig. Die Idee mit den Blendenzahlen als Gewinnzahlen ist klasse, ebenso die Schlussauflösung mit dem Fingerabdruck. Columbo ist auch wieder herrlich nervig. Und köstlich, wie er die Mittäterin ganz am Ende noch ins Messer rennen lässt. Die Szene mit der Auktion sieht mal wieder stark von Hitchcock inspiriert aus (Der unsichtbare dritte). Alles in allem eine ganz ordentliche Folge.
Aus welchem Grund fahren die beiden Studenten nach dem Mord die Waffe noch tagelang eingebaut unter der Motorhaube des Jeeps spazieren? Die Waffe schnellstens auszubauen und so die wichtigste Spur umgehend zu verwischen, wäre (für mich) das Naheliegendste gewesen. Wenn diese Folge einen Logik-Schwachpunkt hat, dann diesen.
...und übrigens war auch in dieser Folge wieder der rote Hyundai Pony mit dabei, der immer \"ganz zufällig\" in jeder Columbo-Folge seit Mitte der 80er auftaucht. Versteckte Werbung fürn koreanischen Reiskocher bei Columbo ;-)
Diese Folge ist viel besser als ihr Ruf. Die vielen Absurditäten haben sicher mit Regisseur Patrick McGoohan zu tun, der offensichtlich eine Leidenschaft für Skuriles hat. Es gibt sehr viele subtil witzige Szenen, die ich an der Serie liebe.